Unterwegs


Ich bin zur Zeit in Angangueo (oder so), das ist da, wo um diese Zeit die vielen Schmetterlinge sind, ich werde versuchen morgen etwas davon zu sehen. Ist ein ganz schoen verrueckter Ort mit viel Strassenfest und betrunkenen Leuten (hat jemand „The Mexican“ gesehen? Der erste Ort gleicht diesem hier ungemein).
angangueo (oder so)
Leider ist die Internetanbindung so aehnlich wie ein Analog- Modem fuer 10 Rechner, deswegen gibts leider noch keine Fotos, ich versuche grad seit einer halben Stunde meine Mails abzurufen… Jedenfalls ist es eigentlich recht schoen hier, morgen werde ich endgueltig nach Mexiko Stadt fahren, mal sehen, was mich dort so erwartet. Auf jeden Fall werde ich versuchen Fotos hochzuladen, drueckt mir bitte die Daumen fuer eine vernuenftige Anbindung.

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Gestern frueh habe ich die Staaten in Richtung Sueden verlassen. An der Grenze hat alles wider Erwarten super geklappt. Ich war ehrlich gesagt ganz schoen nervoes, Einfuhrerlaubnis fuers Auto und Touristenvisum haben mir gereicht um meine Spanischkenntnisse auf die Probe zu stellen. Aber die ganze Prozedur hat nur eine halbe Stunde gedauert und dann konnte ich voll Stolz einen Permiso- Sticker an meine Scheibe kleben.
auto mit permiso sticker in tj
Preise fuer den Spass: ungefaehr 20$ fuers Visum und 30$ fuer die Genehmigung. Als sich mein Magen wieder richtig herum gedreht hatte, nichts wie los und raus aus Tijuana, man hoert ja wirklich nichts Gutes, mein schmaler Eindruck bestaetigt das. Die naechste Station war Tecate, eine kleine typisch mexikanische Stadt mit einem Mc Donalds als Zentrum (oder so). Lange habe ich mich auch dort nicht aufgehalten, es gab wirklich nichts tolles zu sehen, die Brauerei war nicht offensichtlich zu finden. Mexicali ist groesser, und nicht so dreckig wie Tijuana, aber auch nichts besonderes. Als ich diesen Teil der Strecke hinter mir hatte, konnte ich ungefaehr abschaetzen, wie weit ich noch komme bis zum Einbruch der Dunkelheit. Als Ziel gesteckt habe ich mir dann Puerto Peñasco, und bei Sonnenuntergang habe ich das auch grad so geschafft. Es war allerdings nicht so leicht ein guenstiges Hotel zu finden, dadurch dass das das noerdlichste Pazifikstaedtchen ist, fahren da viele Arizonianer hin um viel Geld loszuwerden. Also musste ich in den saueren Apfel eines 35$ Motels beissen, dafuer war es schoen und sauber. Zu diesem Zeitpunkt fiel dann auch meine Entscheidung, diesen Ort gleich am naechsten Tag hinter mir zu lassen um bis Hermosillo zu fahren. Als ich dort aber schon um 15 Uhr angekommen bin, dachte ich mir, dass der Pazifik fetzt und die 120km bis Guaymas nicht wirklich viel sind.
unendliche weiten
Und so bin ich hier, als ich ankam, bin ich gleich in meine Badehose geschluepft und habe den Hoteltypen nach einem schoenen Strand gefragt (ja, auf Spanisch!!). Also ab zum Strand und ins echt geile Wasser (ungefaehr 22 Grad). Ich denke mal ich werde hier einen vollen Tag verbringen mit Cuba Libres und Sonne. Dann gibts von dem Ort auch ein paar Fotos, ist naemlich ein echt schoener. Ansonsten ist es in Nordmexiko genau wie im Sueden, nette Leute, viel zu sehen und natuerlich der warme Teil des Pazifiks (was ist ein wetsuite?). Ich weiss jetzt wieder was mich vor zwei Jahren hier so fasziniert hat und kann jetzt sagen, dass es keine Urlaubslaune war, es ist hier wirklich traumhaft!

Hier kommt, wenn auch ein bisschen spaet, mein erstes Lebenszeichen aus Uebersee. Man glaubt kaum, was man in diesen zwei (eigentlich nur einen) Tagen erleben kann. Der Start in Frankfurt war in Ordnung, obwohl man nicht sagen kann, dass so ein A 300 eine wirklich komfortable Maschine ist, will sagen, mein Magen wurde schon gleich nach dem Abheben auf eine harte Probe gestellt, die er allerdings doch recht gut bestand. Dann war da noch die Sicherheitsanweisung, bei der die Stewardess einen Lachkrampf gekriegt hat, auch sehr lustig. Ach so, geflogen bin ich uebrigens mit einer Lufthansa Maschine, was beim Einchecken fuer Verwirrung und viele extra Wege gesorgt hat. Und nicht zuletzt noch die Horde junger Christen in neongelben T- Shirts, da dachte ich mir, eigentlich muessen wir ja jetzt abstuerzen, nur fuer die Ironie der Sache. Taten wir nicht. Nach einer ebenso wackeligen Landung wie der Start war, setzten wir in Heathrow auf, mein erster Kontakt mit britischem Inselland. Der Flughafen in London ist eigentlich recht schoen, und bei weitem uebersichtlicher als der in Frankfurt.
London Heathrow
Also suchte ich mir die grosse Raucherhalle und wartete ab. Als ich dann die 15 Minuten Fussweg zu meinem Gate hinter mir hatte, sollte sich meine Ruhe verfluechtigen. Der nette Mann (ohne Ironie) am Check- In fragte mich nach meinem Rueckflug und ich antwortete. Dem ist vielleicht das Gesicht eingeschlafen! Ok, raus aus der Schlange, mitkommen. Ohje, was kommt jetzt? War alles halb so schlimm, ich erklaerte einem anderen dann nochmal mein Vorhaben und er stellte mir ein Rueckflugticket fuer den 29.11.(!) aus. Ich setzte mich dann hin und wartete auf das Boarding, als ich meine schmalen Kopfrechenkuenste noch einmal verwendete um dem Mann noch einen Besuch abzustatten. Ok, Ticket fuer den 29.10., das sind schon eher 90 Tage. Also ab in die Boeing 777, mir persoenlich lieber als ein A 340, weil komfortabler und mit LCD an den Sitzlehnen. Wirklich viel Ruhe bekam ich aber nicht, das Ausfuellen der Customer Declaration und des I-94 W Formulars erinnerten mich irgendwie daran, das es haesslich werden kann, wenn ich zu viele Fragen gestellt bekomme. Also ueberlegte ich mehr oder minder die ganze Zeit, wie das dann wohl werden wird. Meine echten Rueckflugtickets habe ich recht gut versteckt, so dass sie eigentlich niemandem ausser mir in die Haende fallen sollten. So, Landung, wieder ist mir schlecht geworden, mann, ich werde alt. Raus aus der Maschine, rein in die 300 Mann Schlange. Nach einer guten Stunde war ich dran. Fingerabdruecke (wenigstens ohne Farbe), Foto (oder Scan, weiss nicht), Stempel, auf Wiedersehen. Na toll, dafuer hat der in London so einen Wind gemacht? Ok, haett ja auch schlimmer kommen koennen, Glueck gehabt. Erstmal beruhigen und Gepaeck holen. Dabei musste ich feststellen, dass mein Koffer nicht viel ab kann oder die einfach zu schlecht mit Gepaeck umspringen, jedenfalls ist er hin.
london_ny-03.jpg
Aber verwendbar schon noch, also erstmal einfach nur raus hier. Lecker Eistee bei Starbucks, mjam. Aber nur einen kleinen (1 Liter). Jetzt die logistischen Sachen klaeren, wie komme ich am besten nach Manhattan. Ich entschied mich fuer die Air- Train, U- Bahn Variante. Nach ungefaehr 1,5 Stunden und einem Gehoersturz (die U- Bahn ist so laut wie ein startendes Flugzeug) hatte ich es geschafft, total durchgeschwitzt, weil da unten 40 Grad sind und in der einen die Klimaanlage nicht ging.
U- Bahn Queens - Manhattan
Lustig war noch ein Kerl, der sich bei mir eine Kippe geschnorrt hat und ich auf seinen unglaeubigen Blick mit der Erklaerung reagierte, dass ich aus Deutschland sei und die Zigaretten aus der Tschechei. Er grinste und sagte „Vielen Dank“. Da musste ich lachen. So, es ist bald Fruehstueckszeit, ich bin natuerlich viel zu frueh aufgestanden, in Deutschland ist es ja jetzt auch um 2 nachmittags. Deswegen schliesse ich hier und werde dann hoffentlich auch bald Fotos praesentieren koennen.

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